Shadow Kings Test: Bewährte Strategie-Kost für Einsteiger und Veteranen

In Shadow Kings sagen wir fiesen Orks den Kampf an!

Was einmal funktioniert, kann auch noch mal funktionieren … oder noch ein paarmal. Das scheinen sich die Entwickler der Hamburger Goodgame Studios gedacht zu haben, als sie vor rund zwei Monaten das neue Strategie-Browser- und Mobilegame Shadow Kings veröffentlicht haben. Schnell wird nämlich klar: Das ist doch auch nicht recht anders als Goodgame Empire oder die mobile Auskopplung Empire: Four Kingdoms. Oder doch?  Natürlich gibt’s Unterschiede, die wir in unserem Test zum free-to-play Spiel einmal aufdröseln wollen. Auf geht’s in die Schlacht gegen fiese Orkse und Goblins!

Zwerge und Elfen statt Ritter in Rüstung

Zunächst einmal fällt auf, dass der Schauplatz ein klein wenig anders ist. Während wir uns in Goodgame Empire ins tiefste Mittelalter gestürzt haben inklusive Burgfräuleins und tapferer Ritter, begeben wir uns in Shadow Kings in eine gefährliche Fantasy-Welt, in der die üblichen Völker leben: Zwerge gibt es hier, aber auch anmutige Elfen und vor allem jede Menge hässliche Orks und andere Monster. Das ist für uns erst einmal nicht weiter relevant. Ob wir es nun mit Raubrittern oder mit Fabelwesen zu tun bekommen, kann uns Wurst sein. Wichtig ist sowieso in erster Linie, dass wir uns zügig an den Aufbau unserer Burgstadt machen. Bei unseren ersten Schritten werden wir in Shadow Kings wie gewohnt via Tutorial begleitet, wobei uns Elfen und Zwerge jede einzelne Aufgabe genau erklären. Klicke hier, baue dieses, öffne jenes. Da kann man wirklich nichts falsch machen. Einem guten Start steht also nichts im Wege. Aber selbst nach Abschluss der Einführung folgen wir immer weiter den Quests, die uns automatisch auf Linie bringen. Das funktioniert alles genau so wie in Goodgame Empire oder Empire: Four Kingdoms. Klassische Aufbau-Strategie mit gelegentlichen Angriffen auf andere Spieler und von NPCs kontrollierte Siedlungen stehen auf dem Programm.

Unser Dorf in Shadow Kings (links) ist weniger detailreich gestaltet als unsere Burg in Empire: Four Kingdoms. Ansonsten funktionieren Ausbau und Gebäude-Errichtung sehr ähnlich.

Wir errichten zunächst grundlegende Gebäude wie eine Farm, einen Holzfäller, einen Steinbruch und eine Kaserne, um erstens für einen steten Fluss an Rohstoff-Nachschub zu sorgen und zweitens sofort in der Lage zu sein, Einheiten zu rekrutieren, die wir wiederum mit Nahrung von der Farm stärken. Zu sagen, die Entwickler haben das Rad hier nicht neu erfunden, ist fast ein bisschen untertrieben. Aber gut, muss man ja auch nicht immer wieder.

Mega-Schaltflächen finden wir in allen Untermenüs.

Mehr Übersicht im Menü und Optimierung für Mobile-Nutzung

Ins Auge fällt zu Beginn durchaus ein großer Unterschied, der wohl vor allem auf die Multi-Plattform-Ausrichtung von Shadow Kings zurückzuführen ist. Die Menüführung im Browsergame sieht sehr "mobile-ig" aus. So finden wir zum Beispiel in der Gebäude- und Militärübersicht riesige Schaltflächen statt kleiner Buttons und Listen. Gut geeignet zum Antippen, das wird schnell klar, als wir die App-Variante auf dem iPad ausprobieren. Shadow Kings ist der erste Titel im Goodgame-Portfolio, der von Anfang an sowohl als Browser- als auch als Mobilegame zur Verfügung steht. Allerdings ist plattformübergreifendes Spielen nicht möglich. Das heißt, wir können unsere Fortschritte aus dem Browser nicht auf unser Smartphone oder Tablet mitnehmen. Wer Shadow Kings unterwegs und am heimischen PC zocken möchte, muss sich demnach zwei Accounts anlegen. Warum sich die Entwickler für diese Variante entschieden haben, ist schwer nachzuvollziehen – gerade in Zeiten, wo beispielsweise InnoGames hart darauf drängt, wirklich plattformübergreifende Strategiespiele auf den Markt zu bringen, siehe Tribal Wars 2.

Beim fahrenden Händler gibt's alles, was das Herrscher-Herz begehrt - für kostenpflichtige Premiumwährung.

Krieg ab der ersten Stunde – Kampf gegen Schattenlager

Egal, schauen wir uns lieber mal an, wie die Kämpfe in Shadow Kings ablaufen. Wie wir das aus Goodgame Empire kennen, können wir auch hier mögliche Ziele in der Umgebung über die Map-Ansicht auswählen. In unserer Nähe befinden sich sowohl Siedlungen von computergesteuerten Gegnern als auch die anderer Imperatoren. Vor dem Angriff sollten wir uns über die vorhandenen Abwehranlagen informieren und einen Spion losschicken. Das geht allerdings erst, wenn wir einen Mystikerturm errichtet haben. Nun entscheiden wir, welche Einheiten wir an der Front und den Flanken einsetzen. Je weiter wir im Spiel voranschreiten, desto mehr unterschiedliche Einheiten stehen uns zur Auswahl, darunter versierte Fern- und Nahkämpfer. Viele Militäreinheiten für Offensive und Defensive sind nur für Edelsteine erhältlich, die kostenpflichtige Premiumwährung in Shadow Kings. Die nutzen wir ansonsten vor allem, um lange Bau- und Ausbildungszeiten zu überspringen.

Die Karte in Shadow Kings (links) und in Goodgame: Four Kingdoms.

Shadow Kings Bewertung

Grafik:Die Grafik ist noch etwas schemenhafter als beispielsweise in Goodgame Empire oder Empire: Four Kingdoms. Der farbenfrohe Comic-Look bleibt erhalten. Kämpfe sind nach wie vor nicht animiert dargestellt, stattdessen bekommen wir nur einen Kampfbericht nach geschlagener Schlacht. Wir können aber beobachten, wie sich unsere Armee auf das Ziel zubewegt.
Sound:Es gibt beschwingte Hintergrundmusik und passende Geräusche, wenn wir irgendeine Aktion ausführen. Der Sound ist gut aufs Spiel abgestimmt und wirkt nicht störend.
Umfang:Shadow Kings ist ein vollwertiges Strategiespiel mit einer Vielzahl an militärischen Einheiten, Gebäuden für den Stadtausbau und Quests, die uns nicht nur durchs Spiel führen, sondern auch mit reichlich Beute belohnen.
Free-to-Play-Balance:Mit Premiumwährung geht alles deutlich schneller von der Hand, aber grundsätzlich kann man auch spielen, ohne echtes Geld zu investieren. Ein bisschen grenzwertig ist, dass es für Edelsteine bessere Waffen und Einheiten zu kaufen gibt. Im fortgeschrittenen Spiel muss sich zeigen, wie weit wir uns damit schon im Pay-to-Win-Bereich bewegen.
Spielspaß:Shadow Kings ist ein gut gemachtes Browsergame, das auch als App reibungslos funktioniert. Wer schon mal ein Strategie-Browsergame gezockt hat, wird sich schnell zurechtfinden und auf seine Kosten kommen. Das Spiel richtet sich aber eher an Casual-Strategen. Core-Spieler dürften vom allgegenwärtigen An-die-Hand-Nehmen der Quests schnell genervt sein.
Pro
Bewährtes Spielprinzip, das sauber für Browser und Mobile-Geräte umgesetzt wurde
Viele taktische Optionen dank differenzierter Armeeaufstellung
Polierte Grafik, passende Musik
Contra
Nicht plattformübergreifend spielbar, zwei Accounts nötig
Ansätze von Pay-to-Win

0/5 Sterne

Fazit

Wer Spaß in Goodgame Empire oder Empire: Four Kingdoms hatte, sollte sich in Shadow Kings auch wohlfühlen. Das Gameplay funktioniert recht ähnlich, wobei es wie gesagt kein Nachteil sein muss, Bewährtes noch einmal aufzugießen. Immerhin erwartet Spieler ein Schauplatzwechsel und einige Neuerungen, beispielsweise auch hinsichtlich der Modifizierbarkeit von Waffen sowie der Menüführung, die nun auch für Mobile-Nutzer optimiert wurde. Zu bemängeln ist der Umstand, dass wir unseren Account aus dem Browsergame nicht mit dem auf unserem Smartphone oder Tablet synchronisieren können. Den Preis fürs innovativste Produkt werden sich die Goodgame Studios für Shadow Kings wohl auch nicht in den Trophäenschrank stellen können, dafür bieten sie solide Strategie-Kost mit polierter Grafik und einem eingängigen Spielprinzip, das sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene potenziell in seinen Bann zieht.

Nicht verpassen!