Grepolis Test: Komplexes Strategiespiel mit göttlicher Unterstützung

Grepolis

Wir haben uns für euch in die Welt des antiken Griechenlands gewagt und InnoGames‘ Strategie-Browsergame Grepolis auf Herz und Nieren getestet. Ende 2009 feierte das Spiel bereits Release. In den folgenden Monaten und Jahren veröffentlichten die Betreiber etliche Spielwelten und weit über 20 Sprachversionen. Millionen Spieler aus aller Welt tummeln sich in der mythologisch geprägten Welt von Grepolis und feilen am Ausbau ihres Imperiums. Inzwischen steht das free-to-play Spiel auch für Mobile-Geräte mit Android und iOS zur Verfügung und ist damit Bestandteil von InnoGames' neuer Cross-Plattform-Strategie. Wir werfen einen Blick hinein in das virtuelle Reich von Zeus, Hera und Co. und verraten euch, was euch in dem Browsergame-Klassiker erwartet.

Nach wenigen Minuten Spielzeit wird bereits klar: Grepolis ist ein klassischer Vertreter aus dem Strategie-Genre. Wir blicken auf eine idyllische Inselwelt herab und sind dafür zuständig, zunächst eine und später weitere Städte auszubauen. Die Grafik ist – im Vergleich zu neueren Spielen – nicht direkt das, was man gemeinhin als Augenweide bezeichnen würde, aber der Anblick tut auch nicht weh. Und wie wir aus langjähriger Browsergames-Erfahrung wissen, spielen gerade bei Strategie-Titeln andere Faktoren häufig eine wichtigere Rolle. Aber nun, schauen wir uns den Spieleinstieg an. Der läuft eigentlich problemlos ab, wir erhalten permanent Quests, die uns anweisen, was wir als nächstes ausbauen oder uns anschaffen sollen. Dadurch können wir zumindest zu Beginn nicht allzu viel falsch machen.

Unsere Insel - einer unter vielen in der Welt von Grepolis.

Ganz wichtig ist es, für ausreichend Ressourcen zu sorgen, indem wir die entsprechenden Produktions- und Abbaustätten ausbauen. Holz, Stein und Silber sind die zentralen Einheiten, die wir in großen Mengen benötigen. Also klicken wir in der Stadtansicht auf den Senat und nehmen im nun erscheinen Gebäude-Diagramm Ausbaumaßnahmen vor, zunächst mal beim Holzfäller, am Steinbruch und der Silbermine. Aber auch das Lager bauen wir beizeiten aus, denn wenn das einmal voll ist, können keine weiteren Rohstoffe gespeichert werden.

Die Gunst der Götter und die Macht mythischer Einheiten

Auch der militärische Aspekt kommt schon nach wenigen Minuten hinzu. In der Kaserne können wir Einheiten unterschiedlichen Typs rekrutieren. Normale und sogenannte mythische Einheiten. Was uns direkt auf die Sache mit den Göttern bringt. Wie eingangs bereits angedeutet, spielen übernatürliche Wesen eine entscheidende Rolle in Grepolis. In jeder Stadt suchen wir uns einen der derzeit sechs verfügbaren Götter aus der griechischen Mythologie aus, dem wir dann im Tempel huldigen. Dadurch sammeln wir die Einheit "Gunst", die wir wiederum brauchen, um die göttliche Unterstützung einsetzen zu können.

Wir beginnen mit der Huldigung von Zeus' Gemahlin Hera.

Jeder Gott beschert uns andere Boni, teils im wirtschaftlichen Bereich (mehr Ressourcen), teils aber auch im militärischen Bereich. So helfen uns die Götter dabei, feindliche Städte mit Flüchen zu belegen oder gegnerische Truppen zu schwächen. Auf der anderen Seite haben sie positive Auswirkungen auf unsere eigenen Einheiten. Bevor wir uns also für einen Gott entscheiden, machen wir uns schlau über seine Fähigkeiten und wählen dann passend zu unserer Situation aus. Zum Glück ist das keine Entscheidung für die Ewigkeit, wir können die Göttlichkeit auch wieder wechseln.

Athene beschwört für uns unter anderem Pegasus.

Götter versorgen uns außerdem mit den oben angesprochen mythischen Einheiten, die unsere normalsterblichen Truppen unterstützen. Jeder Gott beschwört für uns zwei spezifische Wesen, die ebenfalls allesamt unterschiedliche Eigenschaften haben. Wir finden sie im Tempel und können sie in der Kaserne rekrutieren. Folge Götter und mythische Einheiten gibt es derzeit in Grepolis:

GottMythische Einheiten
ZeusMantikor
Minotaurus
HeraHarpie
Medusa
PoseidonHydra
Zyklop
ArtemisGreif
Kalydonischer Eber
AthenePegasus
Zentaure
HadesZerberus
Erinys

Helden in Sicht – Unterstützung für unsere Städte

Zudem ist bereits das große Helden-Feature angekündigt. Wir werden, wenn das Helden-System einmal live ist, die Möglichkeit haben, jeder unserer Städte einen Helden zuzuweisen. Unterschieden wird dann zwischen Helden der Weisheit und Helden des Krieges, die wir uns mit Münzen der Weisheit beziehungsweise Münzen des Krieges kaufen. Dieses spezielle Zahlungsmittel verdienen wir uns, indem wir Inselquests erledigen – entweder auf friedlichem oder eben kriegerischem Wege. Obwohl Grepolis jetzt schon ziemlich komplex ist, kommt damit noch ein weiteres strategisches Element hinzu. Da muss man erstmal den Überblick behalten!

Wir können künftig Helden der Weisheit und des Krieges rekrutieren.

Ähnlich wie bei den Göttern ist auch hier wichtig, sich vorab über die Effekte des jeweiligen Helden zu informieren, bevor wir uns einen anschaffen. Je nachdem, ob wir uns mehr Verteidungs- oder Angriffsstärke wünschen oder aktuell eher Bedarf an einer verbesserten Rohstoff-Produktion haben, wählen wir entweder einen weisen oder einen kriegerischen Helden.

Allianzen – Gemeinschaftliche Strategie-Planung

Obwohl wir noch recht neu im Spiel sind, bekommen wir beim nächsten Login direkt zwei Kampfberichte, denen zufolge uns andere Spieler überfallen und ausgeraubt haben. Frechheit! Wir wollen nicht, dass unser Reich zur Farm für andere Grepolis-Spieler wird! Was also tun? Oh, weitere Nachrichten befinden sich in unserem Postfach: Einladungen in Allianzen. Das klingt doch schon besser. Der Verbund mit anderen Herrschern ist in Grepolis überaus wichtig. Nicht absolut lebensnotwendig, aber sehr hilfreich, wenn wir besser abschneiden wollen.

Über die strategische Karte verschaffen wir uns einen Überblick über mögliche Ziele und Bedrohungen.

Zum einen können wir innerhalb der Allianz Tipps und Tricks austauschen und als Neulinge von erfahrenen Verbündeten lernen. Zum anderen besteht ein ganz praktischer Nutzen darin, dass wir militärische Freunde haben, die uns im Angriffsfall bei der Verteidigung helfen. Wenn sich nämlich mehrere feindliche Spieler dazu entschließen, unsere kleine Stadt heimzusuchen, können wir dagegen nicht viel ausrichten. Sind wir aber Mitglied einer Allianz, rufen wir Verstärkung herbei und haben damit wesentlich bessere Chancen, die Attacke abzuwenden und unsere Reichtümer zu beschützen. Sinnvoll ist es daher, sich eine Allianz in der Nähe zu suchen, damit die Kavallerie nicht erst über das ganze Meer schippern muss.

Ranglisten erobern – gemeinsam oder allein

Das bringt uns, zugegeben etwas verspätet, zu den eigentlichen Spielzielen von Grepolis. Es gibt mehrere Möglichkeiten, Ruhm und Ehre zu erlangen. Wichtig sind die Ranglisten, wobei es hiervon eine ganze Menge gibt. Indem wir Punkte sammeln (durch den Bau von Gebäuden), steigen wir in der Einzelspieler-Rangliste nach oben. Aber auch für Allianzen, Angreifer, Verteidiger und Kämpfer gibt es Rankings.

Durch den Ausbau unseres Reichen und aktive Kriegsführung steigen wir im Ranking auf.

Letztendlich müssen wir also selbst entscheiden, auf welches Ziel wir hinarbeiten. Außerdem besteht noch die Möglichkeit, die Herrschaft über die Spielwelt anzustreben. Ein ambitionierter Plan, der die Errichtung sogenannter Weltwunder beinhaltet und vor allem für fortgeschrittene Spieler Abwechslung bieten soll. Übrigens gibt es in Grepolis einen Weltenschließungs-Mechanismus, der uns davor bewahren soll, uns in besonders wenig genutzten Spielwelten zu Tode zu langweilen – ein Problem, dass uns nicht ganz fremd ist auch aus ähnlichen Browsergames. Wenn die Spielerzahl beziehungsweise die Aktivität der Spieler in einer Welt eine bestimmte Grenze unterschreitet, dann startet ein Countdown zur Schließung der Welt. Nach 28 Tagen werden wir in eine aktivere Welt "umgezogen". Das zu automatisieren, ist eigentlich eine ganz pfiffige Idee von InnoGames.

Pro
Guter Einstieg
Sehr viel Spieltiefe
Steter Nachschub an neuen strategischen Elementen
Große Relevanz von Allianzen (Multiplayer)
Contra
Lange Wartezeiten ohne Premium-Einsatz
Grafik wirkt zum Teil etwas angestaubt
Für den Durchschnittsspieler beinahe zu komplex

0/5 Sterne

Fazit

Wer auf der Suche nach einem anspruchsvollen und kostenlos spielbaren Strategie-Browsergame ist, der wird in Grepolis fündig. Für Core-Strategen bietet InnoGames' Onlinespiel ausreichend Spieltiefe mit vielen verschiedenen taktischen Elementen sowohl im wirtschaftlichen als auch im militärischen Bereich. Die Götter bringen zudem ein bisschen frischen Wind ins Genre. Wir entscheiden mit der Wahl eines Gottes wesentlich, in welche Richtung sich unsere einzelnen Städte entwickeln, außerdem kommt mit den göttlichen Fähigkeiten eine zusätzliche Komponente in die Kriegsführung. Andere Spieler huldigen ja auch einem Gott und wer weiß, was der mit unserer Stadt oder unseren Einheiten anstellt. Leider, und das ist eine alte Krankheit bei derartigen Browsergames, werden wir gleich zu Beginn mit recht langen Wartezeiten konfrontiert. Das hilft nicht, um möglichst viele Spieler hineinzuziehen, sondern schreckt viele womöglich ab. Mit der Premiumwährung Gold können wir das Ganze zwar beschleunigen, aber eigentlich haben wir mittlerweile schon den Anspruch, dass ein Spiel vor allem am Anfang auch ohne echtes Geld Spaß machen sollte. Aber nun, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Wenn wir also etwas Geduld mitbringen und uns einlassen auf die komplexe Welt von Grepolis, dann werden wir belohnt: mit vielen Spieloptionen, spannenden Allianz-Kämpfen und natürlich mit der Gunst der Götter.

Nicht verpassen!